Rechenschieber

Bürgermeister und Verwaltung wissen nicht, wie viele Wohnungen in Castrop-Rauxel gebaut werden

Wie ein Mantra trägt der Bürgermeister seit Jahren diesen Satz vor sich her: „Es gibt keine Bauflächen mehr in Castrop-Rauxel. Deshalb können nicht zwei Parzellen geopfert werden, um die Alte Eiche zu retten.“
Dabei weiß der Bürgermeister gar nicht, wie viele Wohnungen Jahr für Jahr in unserer Stadt gebaut werden. Das geht aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Grüne Ratsanfrage hervor.
Wir hatten gefragt, wie viele Wohnungen in den letzten fünf Jahren genehmigt und wie viele fertiggestellt wurden. Die Antwort war dem TBG in der letzten Ratssitzung so peinlich, dass sie uns nicht öffentlich im Rat, sondern nur nicht-öffentlich im Rathaus mitgeteilt wurde: Die Verwaltung kennt die Anzahl der Baugenehmigungen, weiß aber nicht, wie viele Wohneinheiten sich hinter einer Baugenehmigung verbergen. (Das könne nur aus Handakten herausgesucht werden.) Das gleiche gilt für die Fertigstellungen.
Mit Zahlen aushelfen konnte IT.NRW: Im Durchschnitt der letzten 5 Jahre wurden pro Jahr 130 Wohneinheiten neu gebaut. Das ist eine erfreuliche Zahl für unsere Stadt, wo doch ein Gutachten für die nächsten Jahren insgesamt 160 neue Wohneinheiten angemahnt hatte. Und das werden allein die Baugebiete Kemnade, Alter Garten, Pallastraße und „Drabig City“ locker hergeben.
Der Bürgermeister ist zwar nicht für eine fakten-basierte Politik bekannt. Aber diese Zahlen sollten auch ihn überzeugen, dass wir zwei Parzellen für die Alte Eiche „opfern“ können.

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