Schule

Schulentwicklung mit ruhiger Hand

Nachdem in zahlreichen Arbeitskreisen zur Schulentwicklung in Castrop-Rauxel aufgrund der unklaren Datenlage keine eindeutige Entscheidung getroffen werden konnte, soll nun bereits in 6 Monaten – und damit unmittelbar vor der Kommunalwahl – eine Dependance der Gesamtschule Waltrop feierlich durch den jetzigen Bürgermeister eröffnet werden.
Da die Gesamtschule in Castrop-Rauxel sich aufgrund der Rahmenbedingungen (u.a. Ausstattung mit Personal der zunächst max. dreizügigen Zweigschule) nicht in der Lage sieht, die Dependance am Standort der gescheiterten JK Gesamtschule an der Waldenburger Straße zu betreiben, die Stadt Castrop-Rauxel die „Wiedereröffnung“ aber zwingend möchte, wird der Schulterschluss mit der Stadt Waltrop gesucht, die als Betreiberin fungieren soll.
Laut Beschlussvorlage für den B2 soll der Grundsatzbeschluss gefasst werden, obwohl

  • keine abschließen Vereinbarungen mit der Stadt Waltrop vorliegen,
  • beide Gesamtschulen eine Dependance-Lösung insbesondere aus fachlichen Gründen,
  • noch keine Klarheit über die notwendigen Investitionen für die mindestens 5-jährige Aufbauphase an der Waldenburger Straße vorliegt
  • eine Anfrage im Schulausschuss der Stadt Waltrop in dieser Woche ergeben hat, dass dort weder eine Entscheidung getroffen wurde noch die Politik bisher einbezogen wurde

Fest zu stehen scheint, dass mindestens eine Million Euro für die Ertüchtigung der JK Gesamtschule bereits für das Jahr 2020 in den Haushalt kurzfristig eingestellt werden soll.

Die Grünen sehen die unausgewogene Gründung einer Dependance in ickerner Randlage als einen „Schnellschuss“ an. Um den Zulauf zur Dependanceschule aus Waltrop zu erhöhen soll die Kapazität der einzigen Castrop-Rauxeler Gesamtschule ebenso wie die der Realschule auf vier Züge begrenzt werden.

Zum Hintergrund:
In einem Schreiben an die Regierungspräsidentin hatte unsere Sozialdezernentin erst am 26.09.2019 geschrieben: „Eine Umsetzung der angestrebten Maßnahmen ist zum Schuljahr 2020/2021 aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr zu realisieren.“ Und die RP hat geantwortet: „Den zeitlichen Vorlauf für eine Errichtung zum Schuljahresbeginn 2021/22 halte ich für ausreichend.“
Die einzige Entscheidungsgrundlage stellt eine Elternbefragung dar die ergeben hatte, dass 92 Schüler aus den aktuellen vierten Klassen in Ickern angemeldet würden, allerdings nur weniger als 50 an der Willy-Brandt-Gesamtschule. Dieses unschlüssige Ergebnis beruht auf dem Begleitschreiben, in dem den Eltern eine komplett neue Gesamtschule in Ickern versprochen wurde, und ist somit solide nicht verwertbar, da die Dependance nicht an einer neuen Schule, sondern in den Räumen der von den Eltern in der Vergangenheit abgewählten JKG gegründet werden soll.
Das sieht die Bezirksregierung ähnlich, denn sie geht von einer neuerlichen Elternbefragung aus und schreibt: „Der Fragebogen für eine Elternbefragung sollte sich dieses Mal an den Antwortoptionen des MSB-Musters orientieren.“
Der interfraktionelle Arbeitskreis war sich eigentlich einig, dass für das Schuljahr 2020/2021 alle Kinder einen dem Elternwillen entsprechenden Schulplatz finden werden. Dadurch hätte man ein Jahr Zeit gewonnen, um – auch mit den Schulen und nicht gegen sie – Lösungen zu finden, die langfristig tragfähig sind.

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