Baby

Familien und Umwelt entlasten und Stoffwindeln fördern

In Zeiten der Corona-Krise geraten Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz oft in den Hintergrund. Die Grünen in Castrop-Rauxel haben aber auch dieses weltweite Thema weiterhin im Blick und bringen in die kommende Sitzungsperiode einen Antrag in die Fachausschüsse ein, in dem Familien finanziell unterstützt werden sollen, die sich für die Verwendung von Mehrwegwindeln entscheiden.

„Für ein Baby werden im Schnitt 4500 Windeln benutzt und sie machen damit zehn Prozent des Restmüllaufkommens einer Familie aus“, erklärt Notburga Henke. Die herkömmlichen Wegwerfwindeln könnten jedoch nur schwer recycelt oder kompostiert werden.  

Daher möchten die Grünen einen Anreiz schaffen, um die Verwendung sog. Mehrwegwindelsysteme zu fördern. „Häufig entscheiden sich Familien z. B. gegen die Anschaffung von Stoffwindeln, da die relativ hohen Kosten für die Erstausstattung eine Hemmschwelle darstellen“, so die Vorsitzende des Umweltausschusses weiter. Laut dem Antrag der Grünen sollen zukünftig alle Familien mit Kindern im Alter von bis zu drei Jahren einmalig einen Zuschuss von 70,- € erhalten, um einen Teil dieser Anschaffungskosten zu decken.

„In zahlreichen Städten in Deutschland gibt es bereits ähnliche Prämiensysteme, die Familien zur Verwendung von Stoffwindeln motiviert haben. Durch die Reduzierung des Müllaufkommens konnte schließlich auch der städtische Haushalt zu einem Teil entlastet werden“, so Henke.

Der Fraktionsvorsitzende Bert Wagener sieht darüber hinaus noch weitere Vorteile für die Verwendung von Mehrwegwindeln: „Diese alternativen Systeme sind häufig aus Materialien wie Baumwolle, Hanf, Wolle und Bambus hergestellt und sorgen für ein besseres Hautklima, weshalb immer mehr Haut- und Kinderärzte zu ihrer Verwendung raten.“

Auch einige Castrop-Rauxeler Hebammen weisen junge Familien schon seit längerer Zeit in die Verwendung von Stoffwindeln ein, wobei ihre Handhabung mit der Zeit ohnehin deutlich einfacher geworden sei und es kaum mehr einen Unterschied mache, ob Einweg- oder Mehrwegwindeln benutzt würden.      

„Auch wenn die Erstanschaffungskosten solcher Systeme sicherlich zunächst abschreckend wirken, entlasten diese Mehrwegswindelsysteme auf Dauer auch die Familien finanziell, da sie u. a. keine größere Restmülltonne oder zusätzliche Müllsäcke anschaffen müssen“, so Bert Wagener, der abschließend hofft, dass durch den zusätzlichen finanziellen Anreiz aus dem städtischen Haushalt sich immer mehr Familien für Mehrwegwindeln entscheiden.

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