Stadtverband von Bündnis90/Die Grünen lehnt islamische Kita ab

Die Absicht einzelner Islamischer Gemeinden Castrop-Rauxels einen rein islamischen Kindergarten zu gründen, stößt bei den Grünen in Castrop-Rauxel auf Ablehnung. “Wir sehen keinen Bedarf für eine Kita mit der von den Initiatoren beschriebenen Ausrichtung.”, stellt Onur Kocakaya – Vorstandsbeisitzer des Grünen Stadtverbandes und Mitglied des Integrationsrates – fest. “Insbesondere die Aussage der Initiatoren, dass die Imame die religiöse Erziehung begutachten und Einfluss auf die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen der geplanten Einrichtung nehmen sollen, hat bei uns großes Befremden ausgelöst”, betont der grüne Ratsherr Ulrich Werkle, der auch Mitglied des Integrationsrat ist. Werkle weiter: “Aus unserer Sicht hat eine solche religiöse Schwerpunktsetzung nichts mit gelebter Integration zu tun, so wie es das in unserer Stadt bewährte Integrationskonzept vorsieht.”

Kindertageseinrichtungen sind wie Schulen Bildungseinrichtungen, Orte an denen die Entwicklung von Kindern frühzeitig gefördert wird.  Die Bildungsvereinbarung des Landes NRW sieht als explizites Bildungsziel der KiTas die Förderung der interkulturellen und auch interreligiösen Kompetenzen der Kinder. Dabei muss aus Sicht der Grünen der Respekt vor den kulturellen und religiösen Unterschieden der Kinder absolut selbstverständlich sein und im Fördermittelpunkt einer Kita stehen.

Grundgedanke der Erziehung im Elementarbereich muss sein, dass alle Kinder auf ein Leben in einer Gesellschaft der soziokulturellen Vielfalt vorbereitet werden müssen. In bestehenden sowie in neuen Kindertageseinrichtungen  in Castrop-Rauxel ist sicherzustellen, dass jedes Kind unterschiedliche soziale Verhaltensweisen, Situationen und Probleme bewusst erleben kann und die Möglichkeit erhält, seine eigene soziale Rolle zu erfahren. Dabei soll ein partnerschaftliches, gewaltfreies und gleichberechtigtes Miteinander, insbesondere auch der Geschlechter untereinander, erlernt werden.  Kindertagesstätten sind die Orte, an denen sich Kinder aus Familien unterschiedlicher Kulturen und Weltanschauungen frühzeitig begegnen können. Nur dadurch kann gegenseitige Offenheit und Toleranz sowie gegenseitiges Verständnis entstehen. Das Konzept einer religiös ausgerichteten islamischen KiTa verzichtet auf die im Bildungsauftrag geforderte soziokulturelle Vielfalt und  führt zu einer frühen Isolierung der Kinder aus muslimischen  Familien. Es nimmt ihnen dadurch auch Chancen, zu einem selbstverständlichen lebendigen und kreativen Teil unserer Stadt zu werden.

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