Ergebnisse der Elternbefragung

Seit langer Zeit steht fest, dass sich die Schullandschaft in Castrop-Rauxel verändert – und das auch, wenn die Politik nicht eingreift.
Dies ist an den rückläufigen Anmeldezahlen ablesbar. Besonders betroffen sind die beiden in der Existenz bedrohten Hauptschulen aber auch die JK Gesamtschule.
Die Angebote dieser drei Schulen können langfristig – aufgrund fehlender Schülerzahlen – nicht mehr aufrecht gehalten werden. Dies mag man bedauern.
Aus dieser Tatsache heraus stellt man schnell fest, dass in der Folge eine Veränderung der Schülerbewegungen stattfinden wird, um eine Beschulung aller sicher zu stellen.

Wohin die Schüler gehen bleibt Spekulation, sicher ist, dass eine individuelle Förderung im bisherhigen -dann ausgedünnten Schulsystem- nicht möglich sein wird. Ggf. werden einige Schüler von den Realschulen aufgenommen – die Gesamtschule dürfte keine Kapazitäten mehr haben. Da die Realschulen allerdings nicht über hinreichende Möglichkeiten einer differenzierten Beschulung heterogener Schülergruppen verfügen, ist dies für die Schüler und die Schule selbst die schlechteste Lösung.
Daher muss eine geeignete Schulform her, die eine differenzierte Schülerschaft aufnehmen kann und über eine langfristige Perspektive verfügt – und das ist nunmal je eine Sekundarschule im Norden und Süden der Stadt. Dies ist der moderne und leistungsstarke Nachfolger der Real- und Hauptschulen. Daher sollen diese – so der Wille des Gesetzgebers – auch gemeinsam in die Sekundarschule einmünden.

Das Konzept ist gut. Bedenken und Verunsicherungen von Betroffenen gibt es immer bei weitreichenden Veränderungen – und das ist auch verständlich.
Unverständlich ist jedoch, dass bei den jetzt vorliegenden Ergebnissen der Elternbefragung der 2. und 3. Klässlern von „enttäuschenden“ Ergebnissen geredet wird, die gegen eine Sekundarschule sprechen. Immerhin 27% der antwortenden Eltern hat sich für diese Schulform ausgesprochen. Dies entspricht in etwa den Zustimmungsquoten, die am Wahlverhalten der Eltern in den letzten Jahren durch ihr tatsächliches Anmeldeverhalten ablesbar sind. Und das ist nicht nur hypothetisch, sondern Fakt.

Aus dem Schulentwicklungsplan sind folgende Anmelde- und damit Zustimmungszahlen für das Jahr 2009/2010 ablesbar:
Hauptschulen: 6,4 % Zustimmung,
Realschulen: 27,5 % Zustimmung,
Gymnasien: 35,1 % Zustimmung,
Gesamtschule: 31,2 % Zustimmung.

Demnach sind exakt genau so viele Eltern für die Sekundarschule wie es Anmeldungen für die Realschulen gab – und das trotz aller Neuerungen.
Wie kann vor diesem Hintergrund einseitig von einer massiven Ablehnung durch die Eltern im Umfang von 73 % geredet bzw. geschrieben werden?

Würde man diesen Gedanken fortführen, müßte diesem entgegen gehalten werden, dass in der Vergangenheit folgende „Ablehnung“ der bisherigen Schulformen -in Form von Nichtwahl- vorgelegen hat:
Hauptschulen: 93,6 % Ablehnung
Realschulen: 72,5 % Ablehnung
Gymnasien: 64,9 % Ablehnung
Gesamtschule: 68,8 % Ablehnung

Es ist aufgrund der genannten Aspekte die Pflicht der Politik nicht nur dem Wegbrechen von Angeboten für die Schülerinnen und Schüler tatenlos zuzusehen, sondern die Zukunft der Schullandschaft in Castrop-Rauxel zu gestalten.
Eine Ablehnung der Sekundarschule oder aber Schönung der Zahlen durch die Verwaltung ist für die Grünen nicht ersichtlich.

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