Ampelkoalition: Überprüfung des Schulessens

Gerade im U3-Bereich, aber auch im Ganztagsbetrieb in Schulen, spielen die Themen „Körper, Gesundheit und Ernährung“ eine wichtige Rolle. Kindern eine gesunde und ausgewogene Ernährung anzubieten und mit ihnen gemeinsam zu essen hat einen entscheidenden Einfluss auf ihre körperliche und geistige Entwicklung.

Eine vollwertige Schulverpflegung leistet einen wesentlichen Beitrag zu mehr Gesundheit und Leistungsfähigkeit in der Schule.

„Das Thema der Schulverpflegung an den Castrop-Rauxeler Schulen ist uns schon seit längerem sehr wichtig“, führt Bert Wagener von den Grünen im Stadtrat aus. „Ziel muss es sein, eine Schülerverpflegung sicher zu stellen, die zahlreichen Kriterien entspricht. Wir haben dazu bereits in der letzten Wahlperiode die Verwaltung aufgefordert, den Rat darüber zu informieren, welche Qualitätskriterien bei der Beauftragung der Schulverpflegung Anwendung finden und vor allem wie sich die Kosten genau zusammensetzen. Wir wollen wissen, ob sich nicht sogar finanzielleEinsparpotenzialen ergeben, wenn z.B. durch weniger Lagerung der Essen in Tiefkühltruhen und den Wegfall energieaufwendiger schnellen Erwärmung des Essens die Energiekosten logischerweise sinken.“, so Wagener weiter. „Da sind bisher leider keine befriedigenden Erläuterungen von der Stadtverwaltung gekommen“ ergänzt der Grüne Parteivorsitzende Ulrich Werkle enttäuscht.

Nicht nur aktuelle Vorkommnisse wie die Virusinfektion einiger Schülerinnen und Schülern im Münsterland, nach Verzerr von Essen eines Catering-Unternehmens, das auch eine Castrop-Rauxeler Schule beliefert, zeigen, dass die Qualität von Schulessen ein hochsensibles Thema ist.

Eine Untersuchung der Hochschule Niederrhein zwischen 2007 und 2012 an 200 deutschen Schulmensen hat ergeben: 90 Prozent der Essensportionen für Schüler sind mangelhaft. Das Essen ist oft verkocht, geschmacklich inakzeptabel und nicht so gesund, wie es eigentlich sein sollte. Seit dieser Studie hat sich nur wenig verändert.

Die Schulverpflegung hat einen hohen Stellenwert für die Herausbildung von Ernährungskompetenzen.

 „Natürlich ist auch die Preiswürdigkeit ein wichtiges Kriterium“, meint FDP-Fraktionschef Nils Bettinger, „aber die Gesundheit und das Wohlergehen der Kinder müssen immer im Vordergrund stehen“. Christoph Grabowski ebenfalls von der FDP ergänzt „Da wir sicher sind, dass sich eine sinnvolle Ernährung auch ‚rechnet‘, müssen alle Faktoren in eine Berechnung einfließen“.

Was und wie Kinder und Jugendliche tagtäglich essen und trinken, trägt zur Entwicklung und Festigung ihrer Geschmacks- und Handlungsmustern bei, die ihr tägliches Ernährungshandeln und -verhalten leiten.

Gemeinsam wollen die Koalitionäre nach den Sommerferien einen Antrag in den neuen Ausschuss für Schule und Soziales einbringen. „Wir wollen, dass die Verwaltung auf Basis von Zahlen sollen Alternativmodelle entwickelt, ob und wie das Schulessen in Castrop-Rauxel anders organisiert werden kann“, sagt der Vorsitzende des Ausschusses, Udo Behrenspöhler.

Die Bereitschaft sich im späteren Leben ausgewogen und vollwertig zu ernähren oder in die eigene Gesundheit zu investieren, hängt wesentlich auch von schulischen Erfahrungen ab. Ernährung in der Schule hat darüber hinaus Einfluss auf die Verbraucherbildung der Schülerinnen und Schüler.

Die drei Koalitionsparteien wollen sich dabei mit Experten zusammensetzen und nach machbaren Alternativen suchen. „Wir werden keine Fantasiegebäude basteln, uns aber auch keine Denkblockaden auferlegen“ meint SPD-Parteichef Rajko Kravanja. „Die Zusammenarbeit mit lokalen Anbietern und Produzenten gehört ebenso dazu, wie Überlegungen zu einer Zentralküche in Castrop-Rauxel. Neben allen Ideen der Politik oder der Verwaltung ist uns aber klar, ohne den Einbezug der Einrichtungen, der Eltern und auch der Kinder wird keine Lösung erfolgreich sein können.“, so Kravanja abschließend.

Pressemitteilung im Originaltext

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