Die Entwicklung der Altstadt Castrop ist erfreulich. Langsam aber sicher nimmt die Veränderung ihren Lauf. Städtebauliche Ziele sollen und werden immer mit den gewählten Ratsmitgliedern bzw. Sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern entwickelt und nach reiflicher Überlegung von der Verwaltung in die Tat umgesetzt.
So weit, so gut. Was uns Grünen und damit allen anderen Parteien allerdings jetzt mit dem Projekt „Leo“ übergestülpt wird, stößt auf unser völliges Unverständnis.
In der Aprilsitzung des Betriebsausschusses 3 wurde uns in einer Sitzungsunterlage mitgeteilt, dass die Altstadt kulturell durch einen multifunktionellen Platz am Adalbert-Stifter Gymnasium aufgewertet werden soll. Das Land würde sich an den entstehenden Kosten von 190.000 Euro mit 152.000 Euro beteiligen. Uns wurde nichts über die Gestaltung mitgeteilt. Die Verwaltung wurde beauftragt, bis zur Juni-Sitzung einen umsetzungsfähigen Entwurf mitzuteilen.
Am 18. Juni 2009 wurde dieser Tagesordnungspunkt aus der Tagesordnung gestrichen. Die nächste Sitzung wird erst im September sein.
In der Zwischenzeit, so ist es aus der Presse zu entnehmen, liegt ein genauer Entwurf vor. Bereits bei der Aprilsitzung muss auch klar gewesen sein, dass der angegebene Kostenrahmen deutlich gesprengt wird. Das Projekt soll nun ca. 350.000 Euro kosten. Wie wir ebenfalls in der Zeitung lesen konnten, ist die Befugnis des Betriebsausschusses 3 mit einem Federstrich (Unterschrift) des Bürgermeisters Herrn Beisenherz und des Bürgermeisterkandidaten der CDU gestrichen worden. Die Herren haben wegen angeblicher Dringlichkeit diesem Projekt zugestimmt.
1. Warum wird den Mitgliedern des zuständigen Betriebsausschusses das Projekt Leo nicht ausführlich vorgestellt?
2. Warum bekommen die Politikerinnen und Politiker und alle Bürgerinnen und Bürger nicht die Möglichkeit, über dieses stadtprägende Projekt zu diskutieren?
3. Warum ist in unserer Stadt Geheimniskrämerei möglich?
4. Warum wird die Kompetenz des Betriebsausschusses 3 beschnitten?
Das Kulturprojekt Leo wird für viele, viele Jahre mit allen Gestaltungsmöglichkeiten und dem notwendigen auch kostenpflichtigen Pflegeaufwand Teil unserer Stadt sein. Die Übernahme der Baukosten durch Land und Kreis bedeutet nur, dass nicht unsere leere Stadtkasse gefragt ist. Aber auch Land und Kreis bekommen ihr Geld von den Steuerzahlern. Damit muss auch verantwortungsvoll umgegangen werden.
Wir müssen nicht unbedingt jedes Projekt verwirklichen, nur weil wir es geschenkt bekommen. Die Frage ist, ob es unserer Stadt wirklich hilft oder ob es ein Klotz am Bein sein wird.